



Begleitstudie zu Sprachförder-
maßnahmen in Rheinland-Pfalz (PDF)

1955 unterzeichneten die deutsche und die italienische Regierung das Anwerbe-
abkommen, infolgedessen Hunderttausende von Italienern nach Deutschland
kamen. Die italienische Zeitung in Deutschland Corriere d'Italia rief ihre Leser dazu
auf, ihre Ankunft zu beschreiben und die Texte einzusenden.
Arbeiter schrieben, Kinder, die ihren Eltern gefolgt sind, Rentner, Migranten aus den
fünfziger bis zu den neunziger Jahren. Hier liegt die deutsche Fassung dieser ein-
maligen Dokumente vor.
Wir sind in Deutschland sagte mein Vater, mit einer etwas traurigen Stimme. Hier
gibt es Arbeit, und Lohn. Ich habe ihn betrachtet und ihm geantwortet: Papa, ich will
keinen Lohn und auch kein Haus, ich will mein kleines Dorf in den Bergen, ich will
meine Sonne am Morgen aufgehen sehen, den blauen Himmel, meine Großeltern
und die Leute, die mit mir in der gleichen Sprache sprechen. Alles das gibt es hier
nicht.
Dann sah ich eine Träne auf dem Gesicht meines Vaters, er umarmte mich und sagte: Du hast recht,meine Kleine, du bist
selbst deine Sonne.
33 Jahre sind vergangen, aber ich werde nie jenen traurigsten und schönsten Augenblick meines Lebens vergessen.
Felline, Liliana
Die Publikation wurde ermöglicht durch eine deutsch-italienische Zusammenarbeit auf jeder Ebene. Die Finanzierung
übernahmen das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt M., die Italienischen Kulturinstitute Frankfurt M.,
Köln, Stuttgart und Wolfsburg und die Nationaldelegation der Italienischen Katholischen Missionen.
Die Herausgeber: Dott. Mauro Montanari ist Chefredakteur der italienischen Zeitung in Deutschland Corriere d'Italia und
Leiter des Büro UDEP der Delegation der Italienischen Katholischen Missionen.
Elke Montanari ist Sprachwissenschaftlerin und Autorin. Sie beschäftigt sich mit interkulturellen Fragestellungen und verfasst
Bücher über mehrsprachige Erziehung.
Als ich nach Deutschland kam. Italiener berichten. Hrsg.: Montanari und Montanari. Lambertus-Verlag 2001.